Auf dem Gipfel des Adams Peak hat jemand seinen Fußabdruck hinterlassen. Es muss eine riesige Person gewesen sein: Der Fußabdruck soll eine Länge von angeblich eineinhalb Metern und eine Breite von angeblich siebzig Zentimetern haben. Angeblich deswegen, weil der Fußabdruck heute nicht mehr besichtigt werden kann. Dieser wurde zum Schutz mit einem riesigen Stein abgedeckt. Früher gab es eine andere Abdeckung mit einem Guckloch, aus dem es blau schimmerte. Der Fußabdruck soll auf einen Saphir hinterlassen worden sein.
War es Adam? War es Buddha? War es Allah? War es Shiva? Eigentlich ist es
egal, wer es war, es ist doch schön, dass der Adams Peak die Religionen eint und das gemeinsame Pilgerziel ist!
Heute sieht man während der Adams-Peak-Saison, zwischen Dezember und Mai, die Figur vom Gott Saman auf dem Gipfel, in der „Nebensaison“ ist seine Heimat der Tempel in Rathnapura. Er, Gott Saman, war es, der zugesehen hat, wie der Fußabdruck entstand und er war es, der die Menschen darauf hinwies, dass es den Fußabdruck gibt.
Einst lebte ein Ehepaar am Fuße des Adams Peak, der blinde, unver-heiratete Bruder des Ehemanns lebte ebenfalls bei der Familie. Nun geschah es, dass sich die Ehefrau etwas zu viel um ihren blinden Schwager kümmerte und dies den Ehemann rasend vor Eifersucht machte. In seiner Wut schlug er seinem Bruder kurzerhand Arme und Beine ab. Nun war der Bruder völlig hilflos – er konnte nicht sehen, nicht greifen, er konnte nicht gehen.
In seinem Elend widmete er sich dem Gebet. Eines Nachts erschien ihm Gott Saman auf seinem weißen Elefanten im Traum. Er gab ihm das Augenlicht wieder und versprach, ihm etwas Wunderbares zu zeigen. Er müsse sich vier Träger und eine Sänfte besorgen und dem Weg der ausgestreuten Jasminblüten folgen.
Beeindruckt von der Erscheinung und von seinem wiedergewonnenen Augenlicht, rief er Leute zu sich und machte sich auf den Weg. Es ging steil bergan, viele Stunden lang. Genau zu Sonnenaufgang kamen sie zum Gipfel des Adams Peak und der Saphir strahlte im Licht der aufgehenden Sonne.
Seit dieser Entdeckung gilt der Adams Peak, der Sri Pada, als heiliger Berg.
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