Parakramabahu
Ein weiser König. Unter seiner Herrschaft im 12. Jahrhundert blühten Ceylon und seine damalige Hauptstadt, Polonaruwa, so richtig auf. Heutzutage würde man seine Leistungen als Wirtschaftswunder be-eichnen.
Sein Leitspruch war: „Kein Regentropfen darf ins Meer gelangen, ohne für den Menschen nützlich gewesen zu sein.“ Diesem Leitspruch folgend suchte er die besten Ingenieure des Landes, die ein ausgeklügeltes System von Stauseen, Schleusentoren und Kanälen errichteten. Nicht nur in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern auf der ganzen Insel. Immer wieder reiste er durchs Land, um sich zu vergewissern, dass seinen Anweisungen Folge geleistet bzw. ob ordentlich gearbeitet wurde. Reis wurde auf jeder noch so kleinen Fläche angebaut und reiche Ernten versorgten die Bevölkerung, niemand musste Hunger leiden. Es ging sogar noch weiter: Die Ernten waren so reichlich, dass der Reis nach Indien und China exportiert werden konnte. Parakramabahu war der erste Exporteur in der Geschichte Ceylons!
Zur damaligen Zeit gab es nicht wie heute große Flächen, die brach liegen und keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Parakramabahu wäre sicher traurig, wenn er sehen könnte, wie vertrocknet und verdorrt sich die Reisfelder heutzutage während der Trockenzeit präsentieren. Vom Reisexporteur ist Sri Lanka zum Reisimporteur geworden. Die Ironie dabei ist, dass die Handelsländer die gleichen geblieben sind – Indien und China.
Parakramabahu liebte die Schönheit der Frauen. Die Geschichte erzählt, dass er für seine fünfhundert Frauen einen siebenstöckigen Palast mit fünfhundert Zimmern errichten ließ. Die Grundmauern dieses Palastes kann man heute noch in Polonaruwa besichtigen, die Schönheiten leider nicht mehr. Er schätzte seine Frauen sehr. Zum Großteil kamen sie aus Indien und bekannten sich zum hinduistischen Glauben. Damit sie ihre Religion auch weiterhin aus-üben konnten, ließ er gleich neben dem Palast einen Hindutempel errichten.
Parakramabahu liebte die Schönheit der Architektur. Am Ufer des Stausees von Polonaruwa, dem Topa Wewa, errichtete er einen Inselgarten, den
Geschichtsbücher mit dem Garten von Versailles vergleichen. Rechteckige und runde Swimmingpools luden ihn und seine Damen zum Baden und zu sonstigen Vergnügungen ein.
Parakramabahu liebte den Buddhismus. Ihm war es wichtig, dass sich seine Untertanen zum Buddhismus bekennen, und er ließ unzählige Tempel auf der Insel, auch in den kleinsten Ortschaften, errichten. Auch die Buddhastatuen von Gal Vihara sollen von ihm in Auftrag gegeben worden sein.
Parakramabahu kümmerte sich auch um die Gesundheit seiner Bevölkerung. Ein eigenes Ayurveda-Krankenhaus wurde während seiner Regierungszeit in Polonaruwa erbaut.
Parakramabahu war wahrscheinlich der letzte große König, der die ganze Insel regierte und mit seinem Wissen, seinem Können, seinem Glauben und seiner Weisheit das Land nachhaltig veränderte.
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