Sri Lanka Blog # 11
Hindutempel "Munneswaran" in Chilaw

Vor Antritt unserer Reise habe ich mich über Chilaw im Internet informiert. Google spuckte eigentlich nur etwas über das Bistum und über einen großen Hindutempel aus.

Die Kathedrale war inmitten der Stadt, also konnten wir diese bei unserem ersten Stadtrundgang bereits besichtigen.

Der Hindutempel liegt jedoch zirka drei Kilometer außerhalb und so mussten wir uns eine Fahrgelegenheit suchen. Am Busbahnhof von Chilaw fragen wir einen Tuck-Tuck-Fahrer, was er denn für die Fahrt haben möchte. 100 Rupien, nicht mal 80 Euro-Cent, ein Schnäppchen. In den Touristenorten südlich von Colombo wackelt unter 300 Rupien ein Tuck-Tuck-Fahrer nicht mal mit den Ohren.

Im Tempel trafen wir uns mit einem Kellner aus dem Hotel, der uns alles zeigen wollte. Den Eintritt in den Tempel konnte man selbst bestimmen, Tickets gab es von 100 bis 5000 Rupien – für höhere Beträge würde eine Puja (Zeremonie) veranstaltet werden.

Wir begnügten uns mit dem Touri-Programm und besichtigten den Tempel mit seinen teilweise unglaublich hässlichen Figuren - zB Durga, eine Göttin, die bei Hochzeiten verehrt wird. Man erzählte uns, dass der Tempel ca. 5.600 Jahre (!) alt sei und dass es nur fünf Shiva-Tempel in dieser Art gibt: In Trinco, in Mannar, in Jaffna, in Indien (die Stadt habe ich leider vergessen) und eben diesen in Chilaw.

Nach der Besichtigung des Hindutempels, wies uns unser junger Freund aus dem Hotel hin, dass es noch zwei Tempel weiter hinten gibt und frage uns, ob wir diese auch besichtigen wollten. Na klar, wenn wir schon mal da sind...

Zwischen Verkäufern und Kühen bannten wir uns den Weg und gelangten nach ca. 100 Metern zu einem wunderschönen buddhistischen Tempel. Buddha wird hier mit einer Kobra dargestellt, die ihm während seiner Meditation gegen den Regen schützte. Eine sehr große Statue, die man auch innen besteigen kann. Im Inneren gibt es wundervolle Fresken in gedeckten Farben – eine Augenweide.

Ein kleiner Mönch, der Eintritt kassierte, erzählte uns, dass hinter ihrem Kloster jemand Erdgas gefunden hat. Angeblich der erste Fund dieser Art auf Sri Lanka. Und schon lernten wir „Mr. Experiment“ kennen: Lt. seiner Aussage ein Professor aus Colombo. Er hatte 200 Fuß tief gebohrt und war auf Erdgas gestoßen. Seine Baustelle lebensgefährlich: Ein PVC-Rohr ragt zirka einem Meter aus der Erde, mit Fetzen umwickelt endet es in einem Schlauch, der direkt zum Kloster führt. Hier zeigte uns Mr. Experiment, wie schön sein Erdgas brennt. Ich hielt mich im Abseits, da ich befürchtete, es könnte alles in die Luft fliegen.

Nachdem es keine Explosion gab und wir heil blieben, konnten wir zum nächsten Tempel wandern: Einen Kali-Tempel. Bereits am Eingangstor stellten wir fest, dass alle Anwesenden relativ „berauscht“ waren; die Ursache blieb uns verborgen.

Im Tempelgebäude angekommen zog mich sogleich ein Priester direkt zu einer Art Altar, vor dem es eine Menschenansammlung gab. Nähergekommen sah ich, dass eine Frau in Trance gefallen war und jammerte und wimmerte. Auf meine Frage an den Priester, was mit dieser Frau los ist, machte er nur eine kreisende Handbewegung vor seiner Stirn.

Innerhalb von Sekunden lernte ich auch noch drei weitere Priester kennen, alle wollten von mir fotografiert werden. Man bestaunte und bejohlte die Bilder auf dem Display der Kamera. Anschließend ging es mit der Besichtigung von verschiedenen Heiligtümern weiter, man zerrte mich von einer Statue zur nächsten. Erst am Abend, als ich im Bett lag und den Tag Revue passieren ließ, fiel mir ein, weshalb alle hinduistischen Gottheiten in diesem Tempel schwarz waren: Unser Begleiter hatte uns erzählt, dass in diesem Tempel Tiere geopfert werden und mit dem Blut die Statuen abgewaschen werden. Deshalb!

 

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