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Sri Lanka Blog # 13
Das verlorene Paradies

Für eine befreundete Familie in einem der größten Touristenorte auf Sri Lanka vermiete ich jahrelang Zimmer ihres Gästehauses über eine Website. Das Geschäft lief anfangs nicht so gut, erst als aufgrund meines Drängens Warmwasser installiert wurde, gab es viele Buchungen. Der Schriftverkehr und die Verwaltung der Buchungen wurde immer aufwendiger, zumal der Eigentümer nicht in der Lage war, sein Faxgerät am Laufen zu halten bzw. die Mäuse dem Faxkabel fernzuhalten.

Der Eigentümer konnte durch die von mir akquirierten Zimmerbuchungen, durch seine Rundreisen (und dadurch erwirtschaften Provisionen) und durch die Bewirtung der Gäste richtig gutes Geld verdienen. Er war nun in der Lage, seine Schulden abzuzahlen und konnte seinen zwei Töchtern teure und unvergessliche Hochzeiten ausrichten.

Neid und Mißgunst ist ein weitverbreitetes Übel auf Sri Lanka, in den Tourismusorten natürlich überdurchschnittlich ausgeprägt. Die Nachbarn überzuckerten schließlich, wer für die Buchungen und die vielen Gäste verantwortlich ist und schon bald spürte ich die ersten Anfeindungen im Ort. Der Eigentümer zog es vor, sich allabendlich seinem "Bottele" zu widmen.

Ich hatte die Möglichkeit, mein Büro „einzupacken“ und auch in der Ferne zu arbeiten. Deswegen konnte ich ca. 4 x pro Jahr Zeit auf Sri Lanka verbringen. Anfangs zahlte ich immer für mein Zimmer, für die Bewirtung und für den Strom, den ich durch mein mobiles Büro verbrauchte. Der Eigentümer sagte immer, er brauche kein Geld von mir, schob es aber trotzdem immer ein.

Irgendwann aber nahm ich ihm beim Wort und zahlte nur noch für das Essen und den Strom. Es war ja mittlerweile auch eine Heidenarbeit, seine Buchungen zu verwalten. Die Stimmung kippte.

Eines Tages erhielt sich eine riesige Beschwerde von einem Gast, der über mich gebucht hatte, teils nachvollziehbar, teils nicht nachvollziehbar. Als ich dem Eigentümer damit konfrontierte, redete er sich auf einem Umfall raus und als ich mit der Kündigung der Website drohte, war sein Kommentar „mach wie du willst“.

Da auf einer Bewertungsseite im Internet auch meine Person infrage gestellt wurde, stellte ich die Website offline und informierte die Gäste. Das war’s! Das verlorene Paradies!

Auf Sri Lanka beginnen Freundschaften schnell und enden auch wieder so. Wenn dann auch noch ein Geschäft im Spiel ist, wird es sehr schwierig. Die Krönung ist jedoch, wenn eine weiße Frau versucht, einem singhalesischen Macho Vorschriften, die eigentlich zu seinem Besten sind, zu machen …

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