Sri Lanka Blog # 172
10 Jahre nach der Tsunami-Katastrophe

Am 2. Weihnachtsfeiertag wiederholt sich diese Naturkatastrophe im indischen Ozean zum 10. Mal.

Wie so oft, habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich auch auf meiner Website wieder etwas dazu veröffentlichen soll. Aber, so denke ich, die Fotos sollen wieder einmal gezeigt werden.

Vorerst aber mal, wie ich die Sache erlebt hatte:

Für den 26.12.2004 hatte ich ein Ticket für Sri Lanka. Wie damals üblich, wollte ich am Reisetag das Wetter auf der Insel über Teletext abfragen. Aber – die Schlagzeile zum Tag machte mich stutzig: Erdbeben und Tsunami in Südostasien! 31 m hohe Wellen, die an die Küsten Sri Lankas schlagen?

Ich machte mich trotzdem auf dem Weg zum Flughafen München. Dort erklärte man mir am Schalter, dass man mich nicht mitnehmen wird. Der Flieger fliegt leer runter und man versucht, Touristen rückzuführen; das Auswärtige Amt hat verboten, jemand nach Sri Lanka mitzunehmen. Da ich Österreicherin bin, wollte ich mich darauf beziehen und sagte auch, dass ich die Landessprache verstehe und ich mich somit alleine durchschlagen kann. Kein Einsehen – ich wurde nach Hause geschickt.

Dann ein Fernsehbericht unter so vielen, der zeigte, wie die Galle-Road in Hikkaduwa ca. 180 cm überschwemmt war. Dort hatte meine Freundin Chandani ihr Geschäft. Ich machte mir wirklich Sorgen um sie, da sie die Einzige aus meinem Freundeskreis war, die ich nicht erreichen konnte.

Also buchte ich ein Ticket für den 2. Jänner 2005. Als mein Freundeskreis und meine Nachbarn mitbekamen, dass ich nach Sri Lanka fliegen werde, kam jeder zu mir nach Hause und hinterließ seine Spende.

So machte ich mich mit gut 2000 Euro auf dem Weg auf die Insel und traf am 3.1.2005 dort ein. Ich freute mich sehr, dass ich von Freunden aus Bentota abgeholt wurde und bereits auf dem Weg in den Süden, sah ich die Zerstörungen: In Wattala waren die Holzhütten weggewaschen, nach Kalutera reichten die Verwüstungen sogar ca. 500 m ins Landesinnere.

Meine Basis in Bentota war das Little Paradise. Hier waren die Hotelgäste vom Lihiniya Surf in den letzten Tagen untergebracht, nun war man am Aufräumen und Wäschewaschen.

Sofort stellte ich mit Rupa, dem Besitzer des Gästehauses und seinem Neffen einen Schlachtplan auf, wie das Spendengeld am sinnvollsten verwendet werden kann. Man erzählte mir, dass viele der Obdachlosen in Tempeln und Schulen untergebracht sind und die Regierung Reis und Dahl (Linsen) zur Verfügung stellt. Meine Idee dazu war, dass wir die Versorgung ausweiten könnten – mit Obst und Gemüse, sowie Hygieneartikel und Milchpulver für die Kids.
Gemacht, getan: Bereits am nächsten Tag waren wir unterwegs, machten Großeinkäufe und verteilten diese. So ging es einige Tage weiter.

Das Geld wurde aber dadurch nicht wirklich weniger und so war die Idee von Rupa, wir sollten doch alles kaufen, was für ein richtig gutes Curry nötig ist (Basmati Reis, Hühnchenfleisch, Papadam,…). In Payagala, einem Dorf mit vielen Christen, sollte am 6. Jänner – am Tag der Heiligen Drei Könige – das großes Essen stattfinden, zubereitet von den Leuten, die in den Kirchen Zuflucht gesucht hatten. Im Nachhinein betrachtet, war dies einer meiner schönsten Tage auf Sri Lanka. Die Leute, die tagelang vor sich hinjammerten, hatten wieder etwas zu tun und freuten sich auf ein großartiges Essen.

Rupa drängte mich auch immer wieder, etwas wirklich Nachhaltiges zu machen bzw. in Österreich weiter Spenden zu sammeln. In Kosgoda lernte ich eine Familie kennen, die bereits ein Grundstück im Landesinneren hatte und anstellte des zerstörten Hauses an der Lagune dort ein Haus bauen wollte. Ich versprach, der Familie Nandana zu helfen.

Zuhause angekommen, hatte ich wochenlang keine Kraft - die Reise zeigte ihre Nachwirkungen. Meine Firmpatin kam zu Besuch und wollte die Fotos sehen. Als ich zum Ende meines Vortrages die „halbverhungerte“ Familie Nandana zeigte und ihr von meinem Versprechen erzählte, macht sie mir klar, dass ich dieses einzuhalten hatte. Sie machte noch etwas Geld locker und veranlasste mich, einen Vortrag zu halten und Geld zu sammeln.

Im April 2005 flog ich somit mit nochmals ca. 3000 Euro auf die Insel und half den Nandanas beim Hausbau.

 

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