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Sri Lanka Blog # 265
Traditionelle Bauweise

Die traditionelle Bauweise aus Lehm und natürlichen Materialen für das Dach sind für das tropisch-heiße Klima Sri Lankas bestens geeignet. Wenn das Wetter kühl und feucht ist – besonders in der Nacht – nimmt die Porosität des Tons Feuchtigkeit auf und gibt sie während des heißen Tags wieder ab und kühlt dadurch die Räume. Eine natürliche Klimaanlage! Das steil gebaute Dach läßt das Regenwasser schnell abfließen und das Dach rasch abtrocknen.

Heutzutage werden diese Materialien gerne durch Ziegel und Beton ersetzt, aber Architekten und Hausbesitzer kehren gerne zu diesen alten Baustoffen zurück (nicht nur in Sri Lanka, auch hier in Österreich). Materialien, die für das Dach verwendet werden, sind Kokos- oder Palmyrah-Wedel, Schilf und Stroh (letzteres kommt uns Europäern auch bekannt vor).

Ein Aufbau aus (Milla-)Holz ist das Gerüst für diese Bauweise, innen und außen werden die Wände mit Lehm verschmiert; eine nässere Mischung mit Sand wird als Verputz verwendet – teilweise kommt auch Kuhdung dafür zum Einsatz.

Robert Knox, ein Gefangener des Königs von Kandy, schrieb bereits im 18. Jahrhundert in sein Tagebuch: „Den Einheimischen ist nicht erlaubt, mehrstöckige Häuser zu errichten. Die Wände dürfen weder mit Kalk noch mit Fliesen bedeckt werden – Lehm ist das Material, das verwendet werden darf, um Wände weiß erscheinen zu lassen.“

Auch eine offene Veranda darf bei diesen Bauten nicht fehlen, sie bildet den öffentlichen Teil des Hauses. Frauen und Kinder bleiben innerhalb des Hauses, der Gastgeber gesellt sich mit seinen Gästen auf den Vorbau.

Die Lage der Küche ist regional verschieden: In den Regionen mit regelmäßigen Monsun befindet sie sich im Inneren des Hauses - in den trockenen Zonen gibt es einen 3-seitig halbhoch begrenzten Anbau mit offener Feuerstelle.

Auf Sri Lanka gibt es keine Keller, nur ein Fundament aus „Kalu Galla“ – schwarzen Stein (Granit). Der „Estrich“ besteht aus roter Ameisenerde, vermischt mit Kuhdung, der zweimal jährlich erneuert wird. Die Forschung zeigt, dass Kuhdung nach der Austrocknung keinerlei Düfte verströmt, aber desinfizierend wirkt.

Es wäre schön, wenn die Architekten Sri Lankas diese alten Bautechniken beibehalten würden – soweit ich das bei meiner Arbeit in einer Baufirma in Österreich sehe, geht der Trend wieder dahin zurück.

 

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