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Sri Lanka Blog #33 |
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Da sich zurzeit die Anfragen in den Foren zum Thema Tollwut häufen, möchte ich meine Erfahrungen kurz bekanntgeben. Nach dem Tsunami 2004 fühlte auch ich mich bemüßigt, zu helfen. Ich fand eine arme Familie in Kosgada, die ihr Haus verloren und kein Geld für einen Neubau hatte. Die Familie hatte dennoch Glück, man besaß bereits ein Grundstück abseits vom Strand, außerhalb der Sperrzone. Ich sammelte in Österreich Geld und konnte damit der Familie helfen. Der Rohbau wurde bereits mit Geld von der Regierung errichtet, mit dem gesammelten Geld konnte ich die Fenster und Zubauten für Küche und Bad bezahlen. Genau zum buddhistischen Neujahr, am 13. April 2005, wollten wir die Fenster liefern. Ein kleiner LKW wurde angemietet, die Fenster in der Tischlerei verladen und zum Haus der Familie gebracht. Ein großes Hallo! Für den Hund der Familie ein zu großes Hallo. Als ich die Frau des Hauses am Arm nahm und sie fragte, ob die Fenster gefielen, fiel mich der Hund an und biß mich in die Wade. Die Wunde war relativ tief und nach dem ersten Schock setzten die Schmerzen ein. Neujahr auf Sri Lanka – kein Arzt hatte Dienst. Wir fuhren von einem zum anderen, alle Praxen waren geschlossen, sogar das Krankhaus in Beruwala. Wir fuhren weiter nach Kalutera, zum privaten Krankenhaus „Philips“. Nach einer halben Stunde Wartezeit begutachtete ein junger Arzt meine Wunde und wandte sich mit verzogenem Gesicht ab. Er fragte mich, ob ich gegen Tollwut geimpft sei. Als ich verneinte, meinte er, ich solle den Hund 24 Stunden beobachten. Da es damals einige europäische Tollwutopfer in Asien gab, wollte ich sofort geimpft werden. Der Arzt führte ein paar Telefongespräche und sagte mir, dass ab 19 Uhr ein Bett in der ICU frei werden würde. Ich hatte damals keine Ahnung, was ICU bedeutet – erst als ich verlegt wurde, wurde mir klar, dass es die Intensivstation war. Ich kam also in die Intensivstation und mir wurde vorerst eine kleine Dosis vom Impfstoff in den Arm gespitzt. Man wollte beobachten, ob ich allergisch reagieren würde. Da dies nicht geschah, wurde ich eine Stunde später geimpft – meiner Erinnerung nach am ganzen Körper. Meine Wunde wurde ebenfalls versorgt. Man sagte mir, dass ich um 22 Uhr wieder nach Hause darf. Als es bereits 22.30 Uhr war und kein Arzt zur Entlassung in Sicht, nahm ich die Sache selbst in die Hand. Ich sagte, ich müsse zur Toilette. Zurück von der Toilette setzte ich mich auf den Schreibtisch der Schwestern und erklärte, dass ich hier auf dem Arzt warten würde. Und dann ging es doch schnell. Ich wurde entlassen, mußte eine Rechnung über ca. 400 Euro begleichen (man war sogar auf Kreditkarten eingestellt) und konnte gehen. Meine Auslagen hatte die Kreditkartenfirma im Nachhinein vergütet. Mein Fazit: Man muss sich nicht vorweg impfen lassen. Sollte es auf Sri Lanka zu einem Biss von einem Tier kommen, kann man sich auch vor Ort behandeln lassen. Es gibt viele private Krankenhäuser, die einen relativ guten Service bieten (trotzdem nicht mit westlichen Standard vergleichbar). Seien Sie Vorsichtig im Umgang mit Hunden. Es gibt sehr viele Streuner, die sich zu Rudeln verbinden und dann wirklich gefährlich werden können. Ich selbst habe das auch am Strand von Dickwella erlebt. |
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