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Sri Lanka Blog # 4
Meine erste Rundreise

Diese erste Rundreise ist nun schon mehr als zwanzig Jahre her, ich werde mich aber ein Leben lang daran erinnern. Die Insel und ihre „Touristenbetreuer“ erstaunten mich und teilweise erschreckten sie mich auch. Nicht verwunderlich – es war meine erste Fernreise, das erste Mal Asien.

Diese erste Rundreise hatten wir pauschal in Europa gebucht – sieben Tage über die Insel. Da schon das Saisonende und somit die Regenzeit nahte, waren wir nur eine ganz kleine Gruppe: Ein in die Jahre gekommener Graf aus Bayern, meine Freundin und ich, beide gut zwanzig Jahre alt und so richtig schön naiv.

Unser Reiseleiter zeigte uns gleich mal das pulsierende Herz Colombos – die Pettah. Laut, dreckig, stinkend. Er wusste, wie er uns gefügig machen konnte. Bis heute verstehe ich nicht, weshalb er uns nicht die schönen Seiten der Hauptstadt gezeigt hat: den Beira Lake, den Gangarama-Tempel, den Vihara-Mahadevipark, das Galle-Face-Green. Nachträglich betrachtet, denke ich, dass er uns nur vor den damals alltäglichen Anschlägen schützen wollte.

Die Rundreise ging weiter auf der Touristenroute: PolonnaruwaAnuradhapuraSigiriyaDambullaKandyHochland. Das Standardprogramm! Entweder war ich damals zu jung oder der Reiseleiter konnte uns die umfangreiche und spannende Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Insel nicht richtig vermitteln.

Witziges Detail am Rande: Der Graf hatte eine Videokamera mit, überdimensional und unhandlich wie zu dieser Zeit üblich. Immer, als wir abends ins Hotel kamen, war der Strom weg. Am Ende der Rundreise beichtete der Graf: Das Ladegerät seiner Kamera hatte einen Kurzschluss und somit legte er jeden Abend die Stromversorgung der Hotels lahm.

Mein Highlight der damaligen Rundreise war Sigiriya. Eine wunderbare Parkanlage, ein großes Team von Archäologen, die Ausgrabungen machten, die Wolkenmädchen, die Spiegelmauer, die Löwenpranken – und der Aufstieg auf den Felsen. Mit meiner Höhenangst hatte ich zwar einige Probleme, ein Helfer zog, einer schob, irgendwie bugsierten sie mich doch auf das Gipfelplateau. Der Ausblick machte alle Mühe vergessen. Schade nur, dass der Eintrittspreis so furchtbar hoch ist – ich würde gerne wieder einmal meine Ängste überwinden und hochklettern.

Auch das Hochland blieb unvergesslich, die wunderbaren Teeplantagen, das satte Grün unterbrochen von den bunten Kleidern der Teepflückerinnen, die zahlreichen Wasserfälle.

Unvergessen bleiben aber auch negative Dinge, wie Bettler, aufdringliche Verkäufer und der damals allgegenwärte Schmutz und Dreck. Einmal baten wir den Reiseleiter, er solle uns doch vor den Verkäufern beschützen – sein Kommentar war: „Ihr fliegt heim, ich komme nächste Woche wieder her …“

Heutzutage fahre ich gerne über die Insel und sehe mir geschichtsträchtige Orte abseits der Touristenpfade an. So zB Buduruwagala – meiner Meinung nach der schönste Platz auf Sri Lanka. Mystisch, beruhigend und doch belebend – eine einzigartige Aura.

Oder die Tempel Lankathilaka und Embekka in der Nähe von Kandy. Viel Ausstrahlung und nur heimische Pilgergruppen.


Kommentar von Frank Elsner
19.8.2011

Es gibt eine ganz einfache Antwort auf die Frage Absatz 4 - und hiermit sollte eigentlich schon alles beantwortet sein: es ist Auflage der Unesco, dass Touristen in den antiken Stätten wesentlich mehr bezahlen als die Einheimischen. Dieses Geld wird wiederum zur Wiederherstellung der Ruinen eingesetzt, was ja wohl auch in ihrem (des Schreibers/der Schreiberin) Interesse ist. Ein paar Euro machen sie nicht ärmer!! Sie sind dort gut angelegt im antiken Dreieck! Pinewalla ist ein Problem - geworden! Das muss ich zugeben. Früher, noch vor ca. 10 Jahren konnte man sich zwischen den frei herum laufenden Elefanten bewegen, aber zu der Zeit - und noch früher - waren es auch wesentlich weniger Exemplare, die dort untergebracht waren. Das Bevölkerungswachstum in Sri Lanka benötigt Land und das wiederum heißt: die Tiere müssen darunter leiden! Sehen sie es so, Pinawalla ist eine letzte Zuflucht für Waisen und verletzte Elefanten um zu überleben.     Ich kenne Sri Lanka seit 1973, und glauben sie mir, es hat sich sehr geändert!!  teilweise bin ich sehr enttäuscht über bestimmte Situationen teilweise nehme ich sie hin, da im Zeitalter der Globalisierung es halt nicht zu ändern ist, teilweise begrüße ich sie.   Und noch etwas: wenn sie nicht einer unter vielen Touristen sein wollen (wie ich übrigens schon seit damals) so liegt es an ihnen. Machen sie Pauschalurlaub?  --  vergessens sie es !! Den Bauch in die Sonne halten könne sie auch wo anders. Buchen sie einen Flug - suchen sie sich ein kleines Guesthouse - und fahren sie mit Bus und Bahn durch Sri Lanka !! Was glauben sie, was sie in Bus und Bahn für interessante Gespräche führen können, ebenfalls an den Umsteigebahnhöfen. Ach - und noch ein kleiner Tip - von wegen weißer Nase - lassen sie sich braun brennen, sie zahlen an inoffiziellen Stellen weniger, da sie als schon "kundig" des Handelns gelten.   Sollten sie noch einmal nach Sri Lanka fliegen, ich biete ihnen gerne ein wenig Unterstützung an. Sri Lanka ist ein schönes Land, man muss nur wissen, dass die Charaktere der Menschen dort genauso unterschiedlich sind wie in österreich oder Deutschland oder woanders auf der Welt.   Gruß Frank


 


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