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Sri Lanka Blog # 29
Kräutergärten / Gewürzgärten

Das Provisions-System auf Sri Lanka ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. 20 % finde ich ja noch in Ordnung, aber wenn es mal über 50 % geht, ist es für mich unerhört.

Ein solches Beispiel sind Kräuter- und Gewürzgärten.

Als ich im April 1990 das erste Mal auf Sri Lanka war, wurden wir auch während der Rundreise in einen Kräutergarten geführt. Damals zeigte man uns auf sehr interessante Weise, wie Gewürze wachsen. Vorher hatte ich nicht gewusst, dass Pfeffer eine Art Liane ist und von einer Muskatblüte hatte ich auch noch nie etwas gehört. Zum Abschluss wurden wir noch zu einem Kardamom-Tee eingeladen und nicht zu Einkäufen gedrängt.

Nun höre ich immer Geschichten von Sri-Lanka-Reisenden, die ein kleines Vermögen bezahlt haben – und das meist für ein paar Zutaten, die es im Supermarkt für ein paar Rupien gibt. Das berühmte ayurvedische Mittel zum Abnehmen – Limetten und Honig – kostet dann schon mal über 1000 Rupien.

Meiner Meinung nach sind die Besitzer der Kräutergärten auf den lukrativen Ayurveda-Zug aufgesprungen und verdienen – mitsamt den Reiseleitern – ein kleines Vermögen.

Deswegen möchte ich hier an dieser Stelle dringend abraten, in einem solchen Garten einzukaufen, selbst wenn man genötigt oder bedrängt wird. Seien Sie höflich und kaufen Sie ev. eine Kleinigkeit, um sich für die (Vor)Führung zu bedanken.

An dieser Stelle möchte ich noch ein Beispiel anführen, wie sich Ceylonesen untereinander betrügen:

Ein Gästehaus-Besitzer in einem bekannten Touristenort an der Südwestküste führte seine Gäste gleich nach der Ankunft in einem Kräutergarten vor Ort. Nach der Führung erhielt jeder Gast eine Bestell-Liste, auf der sollte er/sie zuhause im Gästehaus die Bestellmengen angeben sollte und ein paar Tage später würde die Lieferung durch den Kräutergarten erfolgen. Da hatten die Mitarbeiter des Kräutergartens jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht – dieser sammelte die Bestell-Listen auch brav ein, brachte sie aber nicht zum Kräutergarten sondern kaufte die georderten Gewürze auf dem Markt und im Supermarkt ein. Eine fast 10-fache Marge war ihm gewiss. Ein kleiner Beutel Pfeffer kostete nun nicht mehr 60 Rupien sondern 500. War ja auch ein ganz besonderer Pfeffer – frisch geerntet und vermischt mit Papayakernen!


Schriftverkehr vom 29.1.2015 mit Peter:

-------- Ursprüngliche Nachricht --------
Von: simon rathnayaka <simonrathnayaka@gmail.com>
Datum: 29.01.2015 06:00 (GMT+05:30)
An: willkommen@lanka.at
Betreff: Reiseleiter
Grüße sie ,bin Peter Reiseleiter aus srilanka,
Vielen dank für Kommentar über Kräuter gärten srilanka!sie haben echt recht die Sachen sind dort sau teuer!,weil viele andere davon verdienen!
Aber sonst wo von können die Reiseleiter leben?alle deutsche Reiseveranstalter verkaufen ihre reise und meiste des Geldes bleibt bei ihnen in Deutschland,einer Reiseleiter pro Tag bekommt nur zehn Euro!aber begleitet er mittlerweile 30 und keine gibt vernünftiges trink Geld,
Arbeit gibt es nur 3Monate pro Jahr,und Reiseleiter bekommen keine Rente,
Sprache schulen und alle Kurse für Reiseleiter kostet so viel Geld das muss Mann alles verdienen,
Haben sie mal darüber gedacht,finden sie auch eine Lösung für diese frage!ich würde mich sehr freuen auf ihren Antwort!
Mit freundlichem grüße
Peter

Meine Antwort:

Hallo Peter, besten Dank für Ihr Email.

Eigentlich braucht man im Zeitalter von Internet die deutschen Reiseveranstalter nicht mehr. Niemand hindert Sie, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen. Dann können Sie die Preise selbst gestalten und sind nicht von Provisionen abhängig. Ich kenne viele Leute, die es so handhaben....

Alles Gute
Christine


Dieter am 13. Juni 2017:
Ich benötige die E-Mail Adresse von Lucky Land Sri Lanka


HG Simonsam 3.8.2017

Hallo zusammen,
kann mir jemand Kontaktdaten über den Kräutergarten wie z. B in Kandy besorgen ... dort gibt es ein Öl und eine Creme, die werden gemischt und helfen super bei Krampfadern. Leider habe ich beim letzten Umzug meine Unterlagen verloren und kann nicht nachbestellen. Bin für jede Hilfe dankbar. Liebe Grüße aus dem Landhaus Liebevoll


Silvi am 13.2.2018

Auch ich habe 2x im Abstand von 10 Jahren dieses schöne Land besucht, 1995 und 2005. Eine ganz fiese Masche habe ich 2005, 9 Monate nach dem Tsunami im Gewürzgarten von Kogalla erlebt; agressiver Besitzer,
angeblich mit deutscher Ehefrau, alles überteuert. Oft vergisst man, was man im deutschen Delikatessengeschäft dafür zahlen würde, weil im Urlaub die Brieftasche lockerer sitzt. Ich bin nicht der Meinung, dass man unsere "Geiz ist geil- Mentalität" der deutschen Supermarktpreise, als Vergleich in Sri Lanka, hernehmen sollte. Diese können mit Frische und Qualität im Ursprungsland nicht
mithalten, vorausgesetzt es ist auch die Originalware. Damals gab es in Sri Lanka keine Supermärkte, um vergleichen zu können. Auch ist in Sri Lanka das Selbstfahren schier unmöglich gewesen. So war man immer auf einen Reiseleiter oder"Beachboy" angewiesen, der uns fährt. Der eine ist ehrlicher, der andere halt weniger. Auch würde ich insgesamt gesehen nicht unbedingt behaupten, dass Reiseleiter überflüssig sind. Es gibt genügend Leute, die ohne Reiseleiter das Hotel aus Angst (vor der eigenen Traute?!) nie verlassen würden. Dann sollte der Reiseleiter diese Sicherheit geben?! 1995 machte ich erst eine Rundreise und
profitiere noch heute von den guten Hinweisen etc. unseres regionalen Reiseleiters.

Diese Erfahrungen haben mir das Tor zu Asien im Herzen geöffnet. Auch ist man toleranter anderen Kulturen gegenüber geworden und man hat sein eigenes Verhalten kritischer im Blick. Oft ist man über andere Landsleute genervt wenn über Kleinigkeiten genörgelt wird und man sich nicht zu benehmen weiß. Seit dieser Reise ist Sri Lanka, neben Thailand das Land, dass wir in unser Herz geschlossen haben. Auch kann man von diesen Menschen noch viel lernen. Dazu muss man aber die "schützende" Hülle des Hotels verlassen und unter die Leute gehen.

2005 machte ich noch einmal eine Reise mit meinem Mann, um ihn das Land und diese Kultur, mit seinen freundlichen Menschen zu zeigen. Gerade die Region Galle und Kogalla sah nach dem Tsunami verheerend aus. Wir waren vorbereitet und sammelten einige Dinge, die wir einpacken und mit auf die Reise nahmen. Wir besuchten Schulen und Kindergärten, eine trafen eine Familie, gerade von der Einschulungsfeier ihres Jungen kamen. Wir verbrachtenen einige Zeit mit einander. Die Mutter war unheimlich froh, als ich ihr die Schulsachen übergab und für den Jungen noch Spielsachen dazu. Das ist eine teure Sache wenn man bedenkt, dass auch die Schulkleidung von den Eltern selbst bezahlt werden muss. Der Vater lud meinen Mann aufs Moped und fuhr mit ihm zum zerstörten Haus, dass er gerade wieder aufbaute. Aus Dankbarkeit schenkte er uns einen Beutel schwarzen Tee, worüber wir uns sehr freuten. Es gab nur eine negative Erfahrung. Mitreißende erhielten übers Internet die Aufforderung bitte in Kogalla nachzusehen, was aus den ca. 10000 Euro, die ein junges Pärchen zuvor einem Beachboy schickten, geworden ist.

 

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