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Sri Lanka Blog # 14
Touristenort oder Pampa

Über 20 Jahre verbrachte ich meine Urlaube auf Sri Lanka in berühmten Touristenorten: Beruwala, Mount Lavinia, Bentota

Alles auf der Welt hat ein Ablaufdatum, so wahrscheinlich auch ein Touristenort. Massentourismus versaut einen Ort und dessen Bewohner. Das ständige Kommen und Gehen von Gästen erlaubt es nicht, sich auf einzelne Personen und deren Wünsche einzulassen. Zu viele Gesichter zur gleichen Zeit, nebeneinander, nacheinander, immerzu.

Die aufgesetzte Freundlichkeit dient meist nur einem Zweck: Money, money, money.

Verschnaufpause in der Offseason (Nebensaison) – damit verbunden: Geldmangel.

Europäer mussten sich seit der Steinzeit um Vorräte kümmern, um strenge Winter zu überstehen. Auf Sri Lanka war dies nie nötig, die Natur präsentiert sich das ganze Jahr üppig und alle paar Monate können Ernten eingefahren werden. Meiner Meinung nach ist das auch ein Grund, weshalb Ceylonesen nicht sparen können und in schlechten Zeiten von der „Hand in den Mund“ bzw. von Nachbarn und Freunden leben.

Aber zurück zu den Touristenorten: Quitschboys mit rolligen Russinnen, überteuerte Preise durch das Provisionssystem, Abzocke an jeder Ecke. Weiß = reich und muss somit seinem Beitrag zum Einkommensgefälle leisten.

Wenn man ein bischen in den Internet-Foren über Sri Lanka blättert, findet man meist nur Stammgäste aus dem letzten Jahrtausend. Früher kam man jedes Jahr auf die Insel um hier Urlaub zu machen. „Neue Gäste“ kommen meist nur mehr einmal, denn ein weiteres Mal will man sich nicht mehr so schamlos abzocken lassen und unsere Erde hat ja viele schöne Ecken zu bieten.

Eine Wohltat ist es, außerhalb der Touristenzentren Urlaub zu machen. Das Personal ist sehr bemüht und hält nicht für jeden Handgriff die Hand auf. Eine Tuck-Tuck-Fahrt von 5 km kostet in etwa 200 Rupien, der meist leere Linienbus 20 Rupien für die gleiche Strecke. In Geschäften muss man nicht langwierig verhandeln, die Ware ist ausgepreist (mit gleichem Preis für dunkle und helle Hautfarbe). Man wird nicht von irgendwelchen Boys angequatscht, die einen eine Sehenswürdigkeit zeigen möchten und einen doch nur bis zum nächsten Geschäft schleppen. Hier muss man sich die Sehenswürdigkeiten noch selbst erarbeiten – Google Earth und seine Bilder waren mir immer eine große Hilfe.

Die negative Seite ist hier meist nur das Sprachproblem – aber mit etwas Zeit, guten Willen sowie Händen und Füßen kann man sich ja auch verständigen. Was hätten denn die Portugiesen im 16. Jahrhundert gemacht? Die wussten nicht einmal, dass Sie auf Sri Lanka gelandet waren und die heimische Bevölkerung hielt sie für Parangia (Leute mit Pigmentstörung), die Steine (Weißbrot) essen und Blut (Rotwein) trinken.

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karl-otto am 26. Juni 2017
ich les mich seit Tagen mit wachsender Begeisterung durch deine Seite. Danke dafür. Nur eins ist schade - ich hab mit meiner Frau zusammen Pauschalurlaub gebucht und wir können leider nur ein paar Orte besuchen, die du so ausführlich und toll beschreibst. Dafür lass ich den Bungalow im Ranweli auch mal ein paar Tage allein stehen und freu mich schon riesig auf die Insel und deren Menschen.
Grüße aus Baden-Württemberg
Karl-Otto


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